| Verfasst am: 06.10.2011, 12:24 | |
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Skagen – das Land des Lichts
Von Emma Nilsson Skagen Skagen heißt die nördlichste Stadt Dänemarks und auch das Gebiet um die Hafenstadt an der Nordspitze Jütlands. Traditionell ist Skagen der größte Fischerort Dänemarks. In letzter Zeit hat aber der Tourismus stark an Bedeutung gewonnen und ist heute ganzjährig ein wichtiger Erwerbszweig. Von den späten 1870 Jahren bis um die Jahrhundertwende war Skagen der Treffpunkt einer Gruppe skandinavische Künstler. Die so genannte Skagenmaler wurden vom intensiven nordischen Licht und der schönen Landschaft nach Skagen gelockt. Die Skagenmaler malten die lokalen Fischer als Motive und die lange Strände Skagens. Besonders der norwegisch-dänische Künstler P.S. Krøyer, einer der bekanntesten Maler der Skagener Künstlergemeinde und einer der Pioniere des Realismus in der nordischen Kunst, war von dem Abendlicht und seiner optischen Wirkung auf den Himmel und das Meer fasziniert. Mit seinem Licht und seinen Landschaften lockt Skagen bis auf den heutigen Tag Künstler an.
Die Skagenmaler Vielleicht ist der Kalksand auf dem schmalen Stück Land zwischen dem Skagerrak und dem Kattegatt ein Teil des Geheimnisses des intensiven Lichtes, das im späten 19. Jahrhundert viele Maler nach Skagen lockte. Die Skagenmaler wurde bald zu einem Begriff. Die dänischen Maler Michael und Anna Ancher, der norwegisch-dänische P.S. Krøyer und sein deutsch-dänische Frau Marie Krøyer zählen zum Kern die Skagenmaler. Unter den Skagenmalern waren auch die dänischen Maler Laurits Tuxen, Karl Locher, Viggo Johansen und Karl Madsen, die Schweden Oscar Björck und Johan Krouthén und die Norweger Christian Krogh und Eilif Peterssen. Aber nicht nur Maler waren Teil der Skagener Künstlergemeinde. Die dänischen Autoren Georg Brandes, Henrik Pontoppidan und Holger Drachmann sowie der schwedische Komponist Hugo Alfvén gehrten ebenso dazu. Viele andere Künstler kamen gern zu Besuch: Die dänischen Künstler Vilhelm Kyhn, Einer Hein und Frederik Lange, Fritz Thaulow, Wilhelm Peters und Lili Sömme aus Norwegen und Wilhelm von Gegerfelt, Paul Graf, Hellewi Kullman und Anna Palm de Rosa aus Schweden, wie auch der deutsche Künstler Fritz Stoltenberg, der das Foto schoss, das P.S. Krøyer zu einem seiner bekanntesten Werke inspirierte: dem Gemälde Hip Hip Hurra! Aus Großbritannien kamen Adrian Stokes und seine österreichische Frau Marianne Stokes. Der dänische Komponist Carl Nielsen und seine Frau, die Bildhauerin Anne-Marie Nielsen, verbrachten ihre Sommer in Skagen und kauften schließlich dort ein eigenes Sommerhaus.
Inspiration Die Skagenmaler revolutionierten die skandinavische Kunst. Besonders P.S. Krøyer und Georg Brandes führten den Realismus in die nordische Kunst ein. Die Skagenmaler waren aber auch vom Impressionismus inspiriert und malten gern en plain air. Das Thema sind immer Motive von Skagen: Die Landschaft, das Spiel der Wellen und die Reflexionen des Lichts auf dem Wasser, aber auch Besucher am Strand, spielende Kinder und Fischer bei der Arbeit. Wie die späteren Maler des Impressionismus benutzten die Skagenmaler Farbe um Schatten zu malen, und arbeiteten mit Kontrasten, um das Leuchten der Farben zu intensivieren. Die Motive scheinen aus zwei verschiedenen Welten zu stammen: hier das glückliche Bohèmeleben der Skagenmaler, dort das schwere Leben der Skagenfischer und ihrer Familien. Die Fischer sind für die Skagenmaler grobe ursprüngliche Bevölkerung, die immer um ihr Überleben kämpfen muss. Sie sind oft im schlechten Wetter und im Kampf mit einem Sturm geschildert. Wenn die Skagenmaler ihre eigene Welt darstellen, ist der Himmel blau, die Sonne scheint und die Leute sind sorgenlos. Diese deutliche Einteilung in zwei im Grunde festgelegte Motivtypen lässt den „Realismus“-Gehalt der Skangenbilder also durchaus etwas fragwürdig erscheinen.
Anna Ancher Die Gemälde von Anna Ancher sind anders, vielleicht weil sie als einzige in Skagen aufgewachsen war und ihre Motive besser kannte als die anderen Skagenmaler. Ihr Vater war der Besitzer von Brøndums Hotel, wo viele der Skagenmaler wohnten und wo das Skagen Museum seinen Anfang nahm. Seine Gemälde der Fischer werden oft als zärtlich beschrieben. Anna Ancher war eine sehr moderne Künstlerin, technisch und in den Schilderungen ihrer Motive. Sie malte die Welt wie sie sie sah und fühlte. Das Ende der Skagen Künstlergemeinde Nachdem in den 1890er Jahren die Eisenbahn nach Skagen kam, wurde der Ort ein populäres Ziel für Touristen. Immer weniger Künstler verbrachten ihren Sommer dort, weil es schlichtweg schwierig war, Unterkunft zu finden. Einige Künstler ließen sich aber fest in Skagen nieder. Skagen als Reiseziel
Heute ist Skagens Museum eines der wichtigsten Ziele für Touristen in Skagen. 1908 gab es die ersten Ausstellungen von Michael Ancher, P.S. Krøyer und Laurits Tuxen im Restaurant von Brøndums Hotel. Das Museum wurde später hinter das Hotel gebaut, heute ist das Haus von Anna und Michael Ancher ebenfalls Teil des Museums. Andere populäre Ziele sind die Häuser der Skagenmaler und Brøndums Hotel, das immer noch offen ist, sowie der Skagener Leuchtturm, die Landspitze Grenen, ein populäres Motiv für die Skagenmaler und letzte Ruhestätte des dänischen Dichter Holger Drachmann, die Wanderdünen Dänemarks und die versandete Kirche, die wegen Sandflugs aufgeben werden musste. Hier gibt es auch viele heutige Künstler, deren Ateliers man besuchen oder die man rund um Skagen arbeiten sehen kann. Skagens Museum: http://www.skagensmuseum.dk/index.php?id=7&L=1 Visitdenmark.com: www.visitdenmark.com |
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