| Verfasst am: 28.11.2011, 09:45 | |
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Adventsfeier in Schweden
Von Emma Nilsson Anfang Dezember, wenn es in Schweden den größten Teil des Tages dunkel ist, ist der Advent eine willkommene Feier des Lichts. Advent bedeutet Ankunft und war früher vor allem eine Zeit der geistigen Vorbereitung auf das Fest der Geburt Jesu. Heutzutage ist die Adventszeit auch in Schweden eher ein Countdown und eine Zeit der Vorbereitung des Familienfestes Weihnachten. Der erste Advent ist auch der erste Tag des protestantischen Kirchenjahres und ein Tag, an dem auch viele der Schweden die Kirche besuchen, die sonst eher selten dorthin gehen.
Durch Adventsdekorationen wird die Dunkelheit ferngehalten Der erste Advent bedeutet, dass es Zeit ist, den Adventsleuchter auszupacken, die Adventssterne in die Fenster zu hängen und Kerzen in Weihnachtsleuchter rund um das Haus zu stellen. Auch Gärten werden mit Lichtern in Bäumen und Büschen geschmückt. Der Adventsstern kommt ursprünglich aus Deutschland und kam nach Schweden in den 1930er Jahre. Am Anfang wurden Strohsterne oder Pappesterne benutzt. Heute gibt es Adventssterne aus allen Materialien und die meisten sind elektrisch beleuchtet. Der Adventsstern symbolisiert den Stern von Bethlehem, der die drei Weisen aus dem Morgenland zum neugeborenen Jesuskind führte. Heute tragen die Adventssterne kaum religiöse Bedeutung, sondern werden benutzt, um Weihnachtsstimmung zu verbreiten. Auch die Sitte, bis zum Weihnachtstag immer mehr Kerzen anzuzünden, kam aus Deutschland - in den 1930er Jahre gab es den ersten Adventskranz im „Rauhen Haus“ in Hamburg. Kerzen sind aber seit langem ein wichtiger Teil der Weihnachtsfeier in Schweden und Kerzen wurden oft das ganze Jahr über aufgespart, um dann während der Weihnachtstage üppig benutzt zu werden.
Wenn die erste Kerze des Adventsleuchters am ersten Tag des Advents angezündet wird, ist dies ein stimmungsvolles Ereignis für viele schwedische Familien. Am ersten Advent trifft man sich mit Familien und Freunden, trinkt „Glögg“ (gewürzten heißen Wein), mit Rosinen und Mandeln und isst Pepparkakor (Pfefferkuchen). Jeden Sonntag bis zum ersten Weihnachtsfeiertag wird dann eine neue Kerze angezündet, bis alle vier am Sonntag vor dem ersten Weihnachtsfeiertag brennen. Im Advent beginnen schwedische Kinder (und auch viele Erwachsene) auch mit einem Adventskalenders die Tage bis Weihnachten zu zählen, indem die jeden Tag eine neue Tür öffnen. Auch der Adventskalender ist eine moderne Erfindung und kam aus Deutschland nach Schweden. „Der Startschuss für Weihnachten“
Am ersten Advent beginnt oft eine hektische Zeit für viele schwedische Familien. Ab jetzt wird alles für Weihnachten geordnet. Heutzutage verkaufen die Geschäfte Weihnachtsdekorationen lange vor dem Advent, aber für viele Schweden ist der erste Advent immer noch der richtige Startschuss für Weihnachten. Während der Adventszeit werden Weihnachtskarten und Wunschlisten geschrieben, Weihnachtsgeschenke eingekauft, das Weihnachtsbrot gebacken und das Weihnachtsessen gekocht. Ganz zu schweigen von allen „Julbord“ (traditionelle typisch schwedische kalt-warme Weihnachtsbuffets), die mit Verwandtschaft, Freunden, Arbeitskollegen und Vereinen gegessen werden, und allen weihnachtlichem Handwerk, das in schwedischen Häusern gebastelt wird. Außerdem lädt man die Verwandtschaft und Freunde auf Glöggfeiern mit Pepparkakor, Lussekatter (Luciakatzen oder Safrangebäck) und Weihnachtssüßigkeiten ein. Und in den Städten werden am ersten Advent viele Weihnachtsmärkte geöffnet, wo man Weihnachtsdekorationen, Weichnachtsessen und -süßigkeiten sowie Kunsthandwerk kaufen kann. Rezepte
Lussekatter - Safrangebäck (Ca. 35 Stück) 50 g hefe 100 g Butter 500 ml Milch 250 g Quark (Magerquark) 1 g Safran 150 ml Zucker ½ TL Salz 1700 ml Mehl Rosinen 1 Eigelb Etwas Milch Mehl für die Arbeitsfläche Fett für das Blech Zubereitung Die Hefe in eine Schüssel bröseln. Butter in einem Topf schmelzen. Die Milch hinzufügen und etwa handwarm erhitzen, dann über die Hefe geben. So lange umrühren, bis die Hefe ganz gelöst ist. In die Schüssel nun auch Quark, Safran, Zucker, Salz und den größten Teil des Mehls geben. Alles umrühren, bis ein geschmeidiger Teig entstanden ist (nach Bedarf noch Mehl hinzugeben). Danach ca. 40 Min. gehen lassen. Den Teig auf einer bemehlten Arbeitsfläche wieder kneten. Aus dem Teig nun Kugeln von ca. 4 cm Durchmesser herstellen, diese dann zu Röllchen von 1cm Dicke und 15 cm Länge rollen. Dann die Lussekatter formen (schleifenförmig). Mit einer Rosine garnieren und auf ein gefettetes Blech legen. Noch einmal ca. 30 Min. gehen lassen. Den Backofen auf 225°C vorheizen. Eigelb und Milch miteinander verquirlen und die Lussekatter damit bepinseln. In den Ofen schieben und etwa 5-8 Min. backen (größere Figuren sollten bei 200°C etwa 10-15 Min. backen). Pepparkakor – Pfefferkuchen (150 - 200 Stück)
0.15 Liter dunkler Sirup 300 g Zucker 200 g Butter 0.15 Liter Sahne 1 El Ingwerpulver 1 EL Gemahlenen Zimt 0.5 EL Gemahlene Nelken 0.5 EL Gemahlener Kardamom 1 EL Bikarbonat 1 kg Mehl Zubereitung Sirup, Zucker und Butter mischen und in der Pfanne schmelzen. Sahne und Gewürze bemischen. Bikarbonat mit ein wenig Mehl mischen, restliches Mehl beifügen und zu einem Teig verarbeiten. Teig über Nacht stehen lassen. Den Teig sehr dünn ausrollen und mit Formen (Herz, Sterne) ausstechen. Auf ein Backblech mit Backpapier legen und im 200° vorgeheizten Ofen geben und 4 bis 5 Minuten backen und auf dem Blech abkühlen lassen. Pepparkakor sind in Blechdosen 3 - 4 Wochen haltbar. Glögg – Glühwein (Zutaten für 4 Personen) 1 Liter Rotwein 0.25 Liter Weinbrand 100 g Rosinen 100 g blanchierte Mandeln 1 Päckchen Vanillezucker 0.5 TL Gemahlener Kardamom 1 Zimtstange 4 - 5 Nelken 10 Stück brauner Würfelzucker Zubereitung Alle Zutaten ausser Weinbrand und Zucker in einen Topf geben und auf kleinster Flamme 10 Minuten erhitzen, aber nicht kochen lassen. Zucker in einen kleinen Topf geben und mit Weinbrand übergiessen. Dann mit einem Streichholz anzünden und den Zucker dabei vollständig schmelzen lassen. Diese Masse zum Rotwein geben. Zudecken und eine Nacht ziehen lassen. Kurz vor dem Servieren noch einmal erhitzen. Den Glögg sehr heiss in Gläser servieren. Tipp Glögg kann in der Vorweihnachtszeit bei Ikea gekauft werden Bilder: imagebank.sweden.se |
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